Im profanen Jahr 2003 - genauer im November 2003
- fragte mich mein lieber und guter Freund Helfried Adam
(schlaraffisch Ritter Rezi-Taci-Tus), ob ich
nicht Lust hätte, mal einen Abend der besonderen Art
mitzuerleben. Er wäre in einem Männerbund namens
Schlaraffia, der sich der Kunst, dem Humor und der Freundschaft
verschrieben hätte und diese Tugenden in einem
ritterlichen Spiel mit "strengen Regularien" pflegen würden.
Ich müsse mich auf einen ungewöhnlichen und
vielleicht etwas merkwürdig erscheinenden Ablauf eines solchen
Abends einstellen.
Diese Einstellung hat mir damals gefehlt. Also
nahm ich die
Einladung zu diesem Schlaraffentreffen - zu dem er mich als
Pilger mitnehmen wollte???? - nicht an.
Wer meinen Freund Helfried kennt, der
weiß, dass er
nicht so schnell aufgibt. Mehrfach hat er mich danach immer wieder
mal gefragt, aber es hat immerhin zwei Jahre gedauert - warum ich
solange gewartet habe verstehe ich natürlich heute
überhaupt nicht mehr - bis ich im November 2005
Helfrieds Ruf endlich gefolgt bin. Am Freitag, dem 25.11.2005,
betrat ich als Pilger Schneider erstmals die heiligen Räume
des Schlaraffen-Reyches Geraha...
Es war wirklich
der ungewöhnliche und merkwürdige Abend, den
mir mein Freund versprochen hatte. Das bezeichnende und bis heute noch
tief in mir haften gebliebene jedoch war die Herzlichkeit, mit der
die Schlaraffen mir begegnenten und ihr Humor. Der Abend, den
sie Sippung nannten, wird mir immer in Erinnerung bleiben, so wie viele
andere, die noch folgen sollten - in der Geraha wie auch in anderen
Reychen im großen Uhuversum. Nach
anfänglichem Zögern und Zweifeln, ob ich den
Ansprüchen dieses Bundes gerecht werden könnte,
entschloss ich mich nach dreimaligem Besuch als Pilger, ein Schlaraffe
zu werden. Dieses Ansinnen stieß auf Gegenliebe der Gerahasen
und so wurde ich am 30.03.2006 oder nach schlaraffischer Zeitrechnung
am 30. Lenzmond a. U. 147 zum 68. Knappen des Reyches Geraha
gewäh... pardon, gekuggelt.
Ich habe diese Entscheidung niemals bereut,
nirgendwo ist mir soviel FREUNDSCHAFT und FREUDE zuteil geworden wie
bei meinen Schlaraffenfreunden - überall auf der
Welt. Erwähnen muss ich an dieser Stelle wohl nicht, dass
es natürlich am schönsten in der Geraha ist.
Ich freue mich auf viele weitere Jahrungen und
Sippungen als Schlaraffe.
Bitte vergesst nicht, Euch ins
Schmierbuch einzutragen.
Schlaraffia®
ist die innige Gemeinschaft von Männern, die in
gleichgesinntem Streben die
Pflege der Kunst und des Humors bezweckt und deren Hauptgrundsatz die
Hochhaltung
der Freundschaft ist.
Am Anfang
war ein Stammtisch. Im Wirtshaus "Beim Freund" in Prag verkehrte 1859
eine Gruppe von Musenjüngern, die sich als "Proletarier-Club"
von der
Künstlergesellschaft "Arkadia" abgespalten hatte. Man traf
sich,
witzig und humorvoll unterhielten sich die Mitglieder zur gegenseitigen
Freude.
Jeder war nach Kräften und im Rahmen seiner
Fähigkeiten bemüht, zur
Unterhaltung beizutragen. Es wurden Spitznahmen erfunden,
Ämter vergeben – und
so die bürgerliche Gesellschaft persifliert.
Auf Vorschlag
aus der Runde wurde
dem Verein am 10. Oktober 1859 der Name
„Schlaraffia®“ gegeben und neben Kunst
und Humor auch die Freundschaft zum Programm erhoben. Diese Idee hat
sich
weiterentwickelt und ist, in den Anfangsjahren insbesondere durch die
Theaterleute, im gesamten deutschsprachigen Raum verbreitet worden.
Heute gibt es
in Deutschland mehr als 150 Reyche mit über
6.700 Sassen; weltweit sind es mehr als 260 Reyche mit über
10.000 Sassen. Nach
wie vor ist die Sprache der Schlaraffen Deutsch und stehen die Pflege
von
Kunst, Freundschaft und Humor im Mittelpunkt der Sippungen, die in der
Regel in
den Monaten Oktober bis April einmal wöchentlich stattfinden
Wenn Ihr Euch für die Schlaraffia
interessiert, wissen wollt, was
die fremdartig klingenden Worte in meinem Text zu bedeuten
haben und vieles mehr, so könnt ihr das auf den Webseiten des
Reyches
Geraha erfahren. Dort ist alles anschaulich beschrieben, viel
besser als ich es je könnte...